Mitten im schönen Ribe wird die Geschichte eines dunklen Kapitels unserer gemeinsamen europäischen Geschichte erzählt – die Geschichte der Hexenverfolgungen und Hinrichtungen von 40.000 bis 60.000 Menschen wegen angeblicher Hexerei. Die meisten von ihnen waren Frauen.
HEX! Museum of Witch Hunt - Das Museum der Hexenverfolgung
Das Museum Hex! befasst sich vor allem mit den Hintergründen dieser dunklen Epoche, die Hexenverfolgungen fanden hauptsächlich in den Jahren zwischen 1500 und 1600 statt. Aber warum entstand in dieser Zeit diese besondere Angst vor Hexen? Woher kam diese Angst und welche Rolle spielten die Kirche, der Adel und das einfache Volk bei den Verfolgungen? Im Museum geht es darum, den Blickwinkel zu ändern: Besucher können sich in die Köpfe sowohl der Verfolger als auch der Verfolgten hineinversetzen und bekommen neue Einblicke.

Jeder Raum des Museums zeigt neue Aspekte, die zu dieser grausamen Zeit der Hexenverfolgungen führten. Besucher erfahren etwas darüber, was Dänemark und Europa in der Zeit nach der Reformation prägte. Das war vor allem die Angst vor dem Jüngsten Gericht – und die Zeichen der Endzeit, die zu sehen waren: Krieg, Krankheit, Hunger und Armut. Außerdem widmet sich HEX! der Frage, wie die Angst vor Hexen entstand – was hatten das Praktizieren von Magie mit der Angst vor dem Teufel und der christlichen Weltanschauung zu tun? Besucher des Museums treffen auf eine Reihe fiktiver Charaktere, zum Beispiel der einfachen Landbevölkerung, die sich weniger mit dem Teufel als vielmehr damit beschäftigte, ob jemand mit schwarzer Magie ihren Tieren oder ihrer Gesundheit schaden würde. Und wie sie sich davor zu schützen suchte, indem sie unter anderem – so weit wie möglich – weiße bzw. schützende Magie praktizierte. Oder aber diejenigen anklagte, die sie verdächtigte, ihnen schaden zu wollen.

Auch auf Dämonologen treffen Besucher. Sie waren diejenigen, die die Wissensbasis für die Aufdeckung und Verfolgung der Hexen erforschten und schufen. Auch die Prozesse und die Gesetzgeber werden thematisiert. Sie verabschiedeten die Gesetze und ermöglichten so die Verfolgung und Hinrichtung der Verdächtigen und Verurteilten – aber legten auch die Grundlage für den Freispruch von etwa der Hälfte der Angeklagten. Besucher erfahren darüber hinaus, was die Hexenprozesse für die Nachwelt in Form der Märchenhexe, der populärkulturellen Repräsentationen, als Ikone des Feminismus und als Ursprung des missverstandenen Begriffs der „Hexenjagd“ bedeutet haben.
Das Museum HEX! ist in historischen Gebäuden untergebracht, von denen ein Teil auf das Jahr 1583 zurückgeht. Sie wurden von einem Bürger der Stadt Ribe erbaut, der selbst als Schöffe tätig und somit an mehreren Hexenprozessen beteiligt war. Daher wurde besonders darauf geachtet, die Atmosphäre des Gebäudes zu bewahren und auch hervorzuheben. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf visuellen Installationen. Besucher können per Audioguide ihren eigenen Weg durch die vielen Geschichten über die Prozesse gehen.
Für diejenigen, die lieber lesen, bieten Touchscreens an den Seiten der Räume ebenfalls Informationen zu den Exponaten. Es werden außerdem zwei Animationsfilme gezeigt, die von zwei Schicksalen erzählen, unter anderem von Dänemarks wohl „berühmtesten“ Opfer Maren Spliids, die 1641 nach einem langen und vielbeachteten Prozess außerhalb von Ribe hingerichtet wurde.
Hex! Museum of Witch Hunt im Überblick
Was gibt es zu sehen? | Das Museum beleuchtet die Geschichte der Hexenverfolgungen in Dänemark und ganz Europa. Über Touchscreens und insbesondere durch Audioguides werden die Ausstellungsräume samt Exponaten kommentiert. |
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Altersbeschränkung | Kinder sollten mindestens 10 Jahre alt sein. Seien Sie sich bewusst, dass das Thema des Museums eine brutale Zeit unserer Geschichte war. Ausstellungsräume sind mitunter dunkel und voller seltsamer Geräusche. |
Eintritt | Der Eintrittspreis beträgt DKK 110 für Erwachsene, Kinder unter 18 Jahren haben freien Eintritt. Tickets können online oder direkt im Museumsshop gekauft werden. |
Barrierefreiheit | Das Museum befindet sich in der ersten und zweiten Etage mehrerer alter, denkmalgeschützter Gebäude. Es konnte nur ein sehr kleiner Aufzug eingebaut werden (111 cm x 104 cm), so dass das Museum leider nicht barrierefrei ist. |
Hunde | Hunde, die aufgrund ihrer geringen Größe während des gesamten Museumsbesuchs getragen werden können, dürfen mitgebracht werden. Größere Hunde sind leider nicht erlaubt. Blinden- und Begleithunde sind von dieser Regelung ausgenommen und dürfen selbstverständlich mit ins Museum kommen. |

Adresse
HEX! Museum of Witch Hunt
Sortebrøregade 1
6760 Ribe
Geo-Koordinaten: 55.32878103808239, 8.76350569582696
Hier geht es zur Webseite des Museums
Wie sind die Öffnungszeiten des Museums?
Die Öffnungszeiten des Museums lauten wie folgt:
- 1. März - 31. Oktober: täglich 10 - 17 uhr
- 1. November - 28. Februar: dienstags- sonntags 10 - 17 Uhr
- Das Museum ist am 24. + 25. Dezember, sowie am 31. Dezember und 1. Januar geschlossen.
Wo kann ich parken?
Nutzen Sie die Parkplätze am Randes des Stadtzentrums. Die engen, alten Gassen in Ribe sind nicht für den Autoverkehr, geschweige denn für's Parken gedacht. Informationen über Parkmöglichkeiten erhalten Sie auf der Webseite der Destination Wattenmeerküste
Was kann ich mir noch ansehen in der Nähe?
Besuchen Sie das Jacob A. Riis Museum oder gönnen Sie sich eine Auszeit im Quedens Gård - beides befindet sich auf dem Gelände des Hex! Bummeln Sie durch die wunderschöne Altstadt von Ribe und verpassen Sie keinesfalls den mächtigen Dom, den kleinen Hafen oder Riberhus. Wikinger interessieren Sie auch? Dann sind Sie in Ribe genau richtig, hier können Sie gleich zwei Museen zum Thema besuchen: das Museum Ribes Wikinger und das RibeVikingeCenter.